Pressemeldungen


1. Oktober 2013:

Wetten auf den Wettbewerb. IG Architektur moniert weiter Vergabe-Unkultur beim Kultursender ORF

Die Interessensgemeinschaft (IG) Architektur fordert vom ORF erneut einen wirklich fairen Wettbewerb am Küniglberg – offen, ohne illusorische Referenzen und vor allem unter Einschluss der Generalplanerleistungen bei den Neubauten. Der öffentlich-rechtliche ORF hat einen besonderen Kulturauftrag, bei der Auftragsvergabe bedient er sich aber des gängigen Instrumentariums der Unkultur stark eingeschränkter Auslobungen. Das ist kein faires Spiel!

Wie in den Medien berichtet, hat die IG Architektur Mitte September mit deutlichen Worten („Schweinerei!“) die Vergabepolitik des ORF kritisiert, die Sanierung des Sendezentrums am Wiener Küniglberg plus neue Zubauten nur an einen sehr beschränkten TeilnehmerInnenkreis auszuloben, womit nicht einmal 0,1 Prozent der österreichischen PlanerInnen Zugang erhalten.

Der ORF hat damals durch seinen Sprecher, Martin Biedermann, darauf mit dem Hinweis reagiert, die Neubauten würden ja ohnehin mittels Architekturwettbewerb beauftragt. Dieser Beschwichtigungs-versuch hat nicht funktioniert. Im Gegenteil: er hat Öl ins Feuer aller gegossen, die mit dieser Vergabepraxis des öffentlich-rechtlichen ORF nicht einverstanden sind. Denn: Welchen Typ von Architekturwettbewerb meint Herr Biedermann eigentlich? Vergabe-Unkultur ist nach unserer Auffassung, wenn die für die Neubauten zu vergebenden Generalplanerleistungen schon in Zusammenhang mit der Sanierung des Bestandes vergeben werden – keine gute Ausgangsposition für den geplanten Architekturwettbewerb.

Die Kammer für ArchitektInnen in Wien und andere Architekturorganisationen haben in der letzten Woche in einem Schreiben an den ORF die Forderungen der IG Architektur aufgenommen und bekräftigt.

Die IG Architektur fordert vom ORF für die Mehrheit der österreichischen ArchitektInnen einen offenen Zugang zu einem wirklich fairen Architekturwettbewerb, ohne illusorische Referenzen und vor allem inklusive der Vergabe der Generalplanerleistungen, damit eine ganzheitliche und nachhaltige Lösung am Küniglberg gefunden werden kann.

Das größte Medienunternehmen Österreichs ist aus unserer Sicht – und da widersprechen wir Herrn Biedermann und halten uns an die Rechtssprechung – keineswegs ein reines Privatunternehmen und hat daher nach unserer Meinung einen Kulturauftrag zu erfüllen – und der umfasst auch Baukultur. In diesem Fall sogar zum eigenen Nutzen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, das Vergaberecht gehört reformiert.

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