von IG Architektur
Einfach bauen - Chancen durch traditionelle Techniken für Bestandsbauten
Einfach bauen - Chancen durch traditionelle Techniken für Bestandsbauten
Vorträge und Ausstellungseröffnung
02. Juni 2026, 19 Uhr, IG Architektur
Traditionelles Handwerk & Baukultur als Ressource
In Österreich machen denkmalgeschützte Gebäude nur rund 1 % des konditionierten Gebäudebestands aus. Strenge Auflagen verhindern dort übliche Maßnahmen wie Vollwärmeschutz, Fenstertausch, große Haustechnik oder strukturelle Eingriffe. Planer*innen sind daher angehalten, besonders einfache, materialarme und effiziente Lösungen zu entwickeln.
Paradoxerweise entstehen so sehr robuste und kostengünstige Low-Tech-Sanierungslösungen, die auch für den konventionellen Gebäudebestand interessant sind und die im Kontext klimaneutraler Städte im Gegensatz zu konventionellen Maßnahmen sowohl wirtschaftlich tragfähig sind, Zeit sparen, als ressourcenschonend sind.
Diese im Denkmalschutz entwickelten minimalinvasiven Sanierungsansätze bergen ein bislang wenig genutztes Potenzial für den Gebäudebestand. Denkmalgeschützte Gebäude werden so zu Reallaboren für „Einfach Bauen“ und „Einfach Sanieren“ unter realen Bedingungen.
Als Ziviltechniker*innen verfügen wir über das Wissen, Eigentümer*innen, Handwerker*innen und Gemeinden dafür zu sensibilisieren. Weiterbildung spielt dabei eine zentrale Rolle.
Die Vortragenden:
Architektin Johanna Digruber, HARDDECOR ARCHITEKTUR, arbeitet seit langem im Bereich nachhaltiger Sanierung und Wohnraumaktivierung. Besonders mit dem Pilotprojekt „Handwerk & Baukultur“ schafft sie zukunftsweisende Perspektiven für die Weltkulturerbe-Region Semmering. Teil des Projektes sind beispielhafte Pilottrainings, die sie zusammen mit Dr. Karl Stingl abhält.
Dr. Karl Stingl ist Geologe und Experte für traditionelle Baumaterialien wie Stein, Ziegel, Kalkputz, Stuck und Farbpigmente, sowie deren handwerkliche Verarbeitung. In Kooperation mit dem Bundesdenkmalamt hält er u.a. Weiterbildungskurse in der Kartause Mauerbach zu traditionellen Baumaterialien und Bautechniken ab.
Fotoausstellung: Ein Beispiel aus der Praxis:
Das historische Kurhaus Semmering („Grand Semmering“), 1909 erbaut und 2019 vom Hotelier Florian Weitzer erworben ist ein Paradebeispiel für verantwortungsvollen Umgang mit historischer Bausubstanz: Jakob Lindner wurde beauftragt, die Transformation dieses Baujuwels fotografisch zu begleiten. Im vergangenen Jahr entstand so eine eindrucksvolle Fotoserie von der eine Auswahl an Bildern bis zum Sommer in den Räumlichkeiten der ig-Architektur zu sehen sein wird. Es ist ein eindringliches Porträt der stillen Schönheit des Hauses. Die sensiblen Beobachtungen Jakob Lindners eröffnen uns den Blick auf atmosphärische Räume, verborgene Details und die besondere Stimmung dieses ungewöhnlichen Ortes.
Bilduntertitel: Hotel Grand Semmering. Eine Vision in progress. Fotodokumentarische Begleitung von © Jakob Lindner
Weiterführende Links:
Projekt Handwerk & Baukultur: https://handwerk-baukultur.at/
Fotoausstellung Jakob Lindner: https://jakoblindner.com
Beispiel Pilottraining: https://handwerk-baukultur.at/baukultur-im-detail-praxis-der-fassadeninstandsetzung-am-historischen-bestand/
Gespräch mit Dr. Karl Stingl: https://handwerk-baukultur.at/handwerk-baukultur-im-gespraech/
Gespräch mit Arch. DI Johanna Digruber: https://handwerk-baukultur.at/handwerk-baukultur-im-gespraech/
Podcast-Folge von Arch. DI Johanna Digruber: https://open.spotify.com/episode/6QJK7LYWs2lQhFPn8VNTTm
