von IG Architektur

... die h a n d l a u f n o r m wird neu definiert!

in der österreichischen bauzeitung wird berichtet, dass das komitee 011 / themenkomplex hochbau allgemeines für das instrument  p r ä v e n t i v e   o b j e k t s i c h e r h e i t (ÖN B-1300), eine normative überarbeitung ausgearbeitet und zur begutachtung vorgelegt hat. bis zum 15. november 2017 können alle interessierten dazu stellung nehmen, dann wird neu genormt.

eines unserer großen aufgabenfelder in der architekturarbeit ist der umgang mit bestandsbauten.

anhand der da und dort aufblitzenden diskussion über bestandshandläufe mit architekturgeschichtlichen, baukulturellen und ästhetischen, detailreichen und profunden stellungnahmen zu deren form und höhe, deren anfang und ende, deren gebrauchstauglichkeit und zweckmäßigkeit wurde die ÖN B-1300 im FM-bereich und unter architektinnen bekannt. durch deren normungsenergie werden eigentümerinnen von gebäuden und deren gehülven in die zivil- und strafrechtliche verantwortung für den akuraten zustand ihrer gebäude genommen. ziel der normierung ist es, auch bestandsgebäuden den heutigen sicherheitsstandard des neubaubereichs gleich zu setzen. normung ist jedoch bekanntlich im regelfall kein legistisches muss, sondern ein relativierendes soll. also cool down, alles nicht so schlimm. - mit nichten! erst indirekt, im schadensfall, wirkt sich das soll zur unbedingten verantwortlichkeit der eigentümerschaft als risikogröße aus.

FM als dienstleistung ist bestrebt, für sich und ihr klientel vermeidbare risken aus zu schalten. in diesem regelkreis entsteht zunehmend druck für auch noch so elegante und qualitativ hochwertige historische gebäude sich dem normungsdruck zu beugen. spätestens wenn umbau- und erweiterungsarbeiten anstehen, tritt die ÖN B1300 oftmals unbemerkt unter dem deckmantel der vertraglichen vereinbarung nach normgemäßer planung und bauen mit ein. hinweispflichten werden fällig, risken/kostenabschätzung durch das FM angestellt und zunehmend richtung risikominimierung entscheidungen getroffen. damit geht es den viel debattierten bestandshandläufen als spitze des gefahreneisbergs bestandsgebäude an den kragen.

wir sollten uns bei AUSTRIAN STANDARDS dazu digital durch aktives mitgestalten zu wort melden. als architekturschaffende ist das eine unserer kernkompetenzen.

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